Teil eines Werkes 
1. Band (1851)
Entstehung
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zufügen und ſie ſelbſt, wenn ihr Gefahr drohe, nach Kräften zu beſchützen.

Carlo verneigte ſich, ging raſch und begab ſich zu Monſignor Panfilio, dem Oheim Stephans, um ihm einem Vertrage zufolge die Geheimniſſe ſeines Neffen zu verkaufen.

Auf dieſe Weiſe war der Ghetto und ſeine Umgebungen von drei verſchiedenen Parteien aus beobachtet und durch⸗ ſpähet; von Stephan und Panfilio, unter Leitung des Er⸗ ſteren, und vom Gouvernement, welches durch Monſignor insgeheim benachrichtigt war, es gingen heimliche Umtriebe im Indenviertel vor. Dies erſte Ergebniß dieſer dreifachen Beobachtung war die Wahrnehmung der häufigen Beſuche Noemis in der Villa Medici. Bedurfte es mehr, um den Beweis zu geben, daß zwiſchen den Inden und den Franzoſen, welche gemeinſamer Haß vereine, ein Komplott ſtattfinde? Keine Anſchuldigung iſt in Rom ſo albern, daß ſie nicht Glauben fände, wenn ſie die Furcht, welche in den Räthen der Kirche den Vorſitz führt, rege gemacht.

Der italieniſche Völkerſtamm iſt von Natur argwöh⸗ niſch und ahnet gern überall geheime Anſpinnungen. Man weiß, wie weit Venedig die Kunſt des Spionirens und der Angeberei getrieben. Die Annalen dieſer Republik ſind mit geheimnißvollem Schauder angefüllt. Die übrigen italieni⸗ ſchen Staaten ahmten aus angeborenem Hange die Gebräuche und Verſchleierungen der venetianiſchen Polizei nach. Rom ging in dieſem Wege der Finſterniß allen übrigen Staaten