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142 nung und legte ſich nieder; das Fenſter ließ er offen, damit der erſte Sonnenſtrahl und die Morgenluft ihn wecke.
Frühzeitig ſtellte Carlo ſich ein. Er fand Stephan bereits auf.
— Der vorgeſtrige Tag muß gut geweſen ſein, redete der Neffe Panfilios ihn an; habt Ihr ihn fröhlich gefeiert?
— O ja! Eure Exeellenza! verſetzte Carlo mit zufrie⸗ denem Lächeln. Er war gut, ſehr gut! — Nunl! ich will, daß es der heutige ebenfalls ſei.
— Wollen, bedeutete Carlo mit einer Handgebehrde nach ſeinem Gürtel, Eure Excellenza...
— Nein! rief Stephan entſetzt aus, denn der Gedanke, welchen jene Bewegung in ihm erweckte, faßte ihn mit all ſeiner Entſetzlichkeit.
— Che perdonna ella! entgegnete Carlo ein wenig beſtürzt.
Er nahm, ohne die Aufforderung zu erwarten, einen Stuhl, hüllte ſich in ſeinen Mantel und ſprach mit der Stimme
eines Menſchen, welcher weiß, daß man ſeiner bedarf, in A vertraulich pathetiſchem Tone zu Stephan:
— Edler Herr! ich höre.
Wir haben bereits bei der erſten Zuſammenkunft unter dieſen beiden Perſonen geſehen, wie tief und lebendig der Abſchen war, den Carlo Stephan einflößte. Dieſer eilte auch heute, dem Geſpräche ein Ende zu machen. Er be⸗f auftragte Carlo, alle Wege und Stege des jungen Mädchens aus dem Ghetto zu beobachten und alle möglichen Nach⸗ richten über ſie einzuziehen, ihr aber durchaus kein Leid zu⸗


