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wußte nichts weiter von ihr, als was Carlo ihm von ihr gemeldet hatte, nämlich, daß ſie im Ghetto wohne. Es lag ihm ſehr daran, mehr zu erfahren. Er wollte ihre Familie kennen und nach ihren Eltern die Erziehung beur⸗ theilen, welche ſie genoſen. Der Neffe des Monſignor Panfilio war nicht gewohnt, auf unbeſiegliche Hinderniſſe zu ſtoßen, und als er ein wenig aus ſeiner erſten Verwir⸗ rung herausgekommen war, verſprach er ſich einen gewiſſen Triumph über die ſchöne Jüdin, wie er über ſo viele andere Frauen geſiegt hatte, insbeſondere wenn ſeine Freigebigkeit zu ihrer Beſtechung angewendet werden konnte. Zu dieſem Zwecke aber war es nothwendig, daß er aufs Genaueſte über alle Verhältniſſe Noemis unterrichtet wurde.
Eines Morgens, nach einer ſchlafloſen Nacht, begab er ſich jenſeits des Tiber an einen ihm wohl bekannten Ort, in das Haus Carlo's. Daſſelbe lag am Ende einer engen, krummen Gaſſe. Die Wohnung des niedrigen, nur ein Stock hohen Gebäudes beſtand aus zwei Gemächern mit einem einzigen Fenſter; das eine lag zu ebener Erde und das andere darüber. Unten ein irdener Topf, um Polenta drin zu kochen, und ein Steinkrug voll friſchen Waſſers, oben in einer Zimmerecke eine Schilfmatte auf dem Fußboden und
an den Mauern herum reiche, koſtbare Wappen in allen Formen und Gattungen, das war das Geräth der Wohnung, 8 welche ſich in dieſem Augenblicke leer befand. Stephan
klopfte bereits ſeit einer Stunde an der Pforte, ohne eine Antwort zu erhalten.


