134 ſpricht ſo viel von der Aria rattiva, die ſem Peſthauche, der aus den pontiniſchen Sümpfen zieht und die Gefilde und mehrere Stadttheile Roms vergiftet; allein man redet nie von einer weit entſetzlicheren Seuche. Wie die Bruſt nur böſe, ungeſunde Luft in Rom einathmet, ſo gewahren Herz und Geiſt nur Laſter und Ausſchweifung.
Wenn nun auch die Müſſigkeit der neu angekommenen franzöſiſchen Zöglinge von langer Dauer iſt, ſo wiſſen ſie doch trotz ihrer Trägheit mit vieler Schlauheit allerhand Vor⸗ wände zu finden, unter denen in der Regel der Beſuch der Alterthümer obenan ſteht. Wenn dann ſpäter die Stunden der Arbeit, die zur Thätigkeit feſtgeſetzte Zeit ankommt, ſo ſind Talent, Hand und Augen angegriffen, guter Wille und Eifer durch Unfähigkeit gelähmt. Die Arbeiten werden ent⸗ weder gar nicht ausgeführt oder eiligſt von der Hand geſchla⸗ gen. Die meiſten Zöglinge verbringen ihre Tage in den Kaffeehäuſern und verlieren die Zeit, welche ihnen nicht von anderen Vergnügen geraubt wird, mit Spiel und Trunk. In der Villa Mediei ſelbſt iſt alles an der Tagesordnung, nur nicht die Arbeit. Und daran ſind blos die Aufſeher ſchuld, nicht die Zöglinge.
Für die Kunſt ſelbſt iſt die Ungleichheit der Anſichten, welche die verſchiedenen Directoren gegen die Zöglinge vor⸗ ſchreiben, von dem nachtheiligſten Einfluſſe. Während der Eine die Farben nicht grell genug bekommen konnte, ſchreit der Nächſte von Vermeidung aller Farbenpracht, Dem war faſt nur der ſteife Winkel regelmäßig genug, Jenem kann die
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