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erkennt man den Künſtler, der nicht mehr das leidende, entwür⸗ digte, beklagenswerthe Geſchöpf iſt, welches Sie eben ſchilderten.
— Hören Siel antwortete Jules, aus ſeiner eben ſo begeiſterten Stimmung plötzlich in düſtern, traurigen Ton verfallend. Es iſt allerdings ein ſchöner Tag, wenn man durch das Thor del popols in Rom einzieht. Wenn man den Platz überſchritten hat, der nach den in ſeiner Mitte ge⸗ pflanzten Pappeln eben denſelben Namen führt, ſo erblickt
man die Villa Mediei, dieſen königlichen Aufenthaltsort, den
Frankreich für uns bereitet hält; man fühlt ſich von großen edlen Eingebungen beſeelt.
Ach! welch grauſame Enttäuſchungen folgen auf dieſe Hoffnungen, welch traurige Wirklichkeit tritt an die Stelle der ſchimmernden Träume.
Alle, welche der Ruf in dieſe Mauern führte, wiſſen, wie wenig Rom die Verheißungen, welche ſein Name giebt, zu halten vermag.
Noch einige Tage dauert das Entzücken, dann aber fühlt man bald eine unbeſchreibliche Schlaffheit und Ermattung, welche Körper und Geiſt ohne Kraft und Willen läßt. Der
Einfluß einer veränderlichen Witterung, die Nordwinde, welche
ſo raſch mit den Südwinden wechſeln und ſo häufig Schwind⸗ ſucht und fieberhafte Anfälle verurſachen, ſind zuerſt als Ur⸗
ſachen dieſer Ermattung anzugeben. Auch die Hitze, welche
in dieſem Lande nie unter drei Grade fällt und bis zu drei und dreißig ſich erhebt, übt ebenfalls eine zerſtörende Gewalt auf die moraliſche Energie und die phyſiſche Kraft aus; man ver⸗


