wider den Willen ihrer Eltern, welche ein einträgliches Hand⸗ werk vorzogen, folgen können.
Von Paris bis Rom iſt weit, und der Weg iſt be⸗ ſchwerlich für den Künſtler, der nach den erſten Verſuchen in die beſchwerliche Laufbahn zum großen Preiſe eintritt. Dazu kommt, daß die Studien deſto länger ausgedehnt werden, je mehr Vortheil der Lehrer dabei ſieht. Iſt der Zögling mit der Reihe der Jahre zu einer Selbſtſtändigkeit gekommen, ſo tritt er in ein Atelier und wird hier einer mit⸗ leidloſen Menge zur Beute, die ihn mit allerlei Aufträgen ohne Werth und Bedeutung, nicht ſelten mit den gemeinſten Kleckſereien beauftragt. Der ſtolze Nacken beugt ſich unter den Schlägen des Lebens und der Name geht verloren, um den Künſtler iſt's geſchehn.
1— Wie? rief Noemi, ſolche Erniedrigung bei einer ſo hohen Beſtimmung!
— Die Gegenſätze grenzen an einander, verſetzte Jules und fuhr fort.
— Oder wenn dies nicht der Fall iſt, ſo kommt auf der andern Seite der Stolz und Dünkel hinzu und vernichtet, was etwa aus dem Talente hätte werden können. Oder gar das Schlimmſte harrt des wirklich höher begabten Künſtler, die Tyrannei der öffentlichen Meinung, die Manie und Mode, welche der Arbeit deſſelben unſinnige Geſetze vorſchreiben, oder ſeinen Namen ausſtreicht und ächtet. Die ſinnloſeſte Kritik fehlt niemals, um das Ihrige zur Verzweiflung des Armen beizutragen.


