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faßt und drückte ſie zärtlich. Die Blicke des Malers wand⸗ ten ſich von der Copie zu dem Vorbilde; er ſchwamm in Entzücken und Verzweiflung über den Unterſchied, der zwiſchen beiden herrſchte.
Als man die Leinwand zuſammenrollen wollte, bemerkte man, daß die kurze Erklärung, welche das Werk begleiten muß, verabſäumt war. Dom Salvi begehrte ein Viertel⸗ ſtündchen, um ſie abzufaſſen, als Noemi ein Blättchen Papier aus dem Buſen zog und ſchüchtern ſagte:
— Ich habe daran gedacht.
Sie diktirte Jules folgende Stelle aus dem Buche Ruth:.
„Orpha umarmte weinend ihre Schwiegermutter und kehrte zurück; Ruth aber hing ſich feſt an Noemi.“
„Und dieſe ſprach zu Ruth: du ſiehſt, daß deine Schwiegermutter zu ihrem Volke und ihren Göttern heim⸗ geht; geh, kehre mit jener zurück.“
„Aber Ruth verſetzte: allenthalben, wohin du gehen wirſt, werde auch ich hingehen, und wo du deine Woh⸗ nung aufſchlageſt, da werde ich bleiben. Dein Volk ſoll mein Volk ſein und dein Gott iſt mein Gott...“
„Und ſie kehrten nach Bethlehem um die Zeit der erſten Erndte.“
Als man den Kaſten, worein das Gemälde gelegt wor⸗ den, forttrug, hingen Aller Blicke mit dem ſchmerzlichen Ausdrucke daran, als wäre es ein Sarg, der theure Reſte einſchlöſſe. Sie begannen danach zu ihrer Erheiterung ſich


