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Der Greis war ein Prieſter und hieß Dom Salvi. Er hatte, ohne dem Orden anzugehören, ſich an die gelehrten und nutzreichen Arbeiten der Benediktiner angeſchloſſen und daher die Bezeichnung„Dom“ bekommen.
Dom Salvi trat mit in den Kreis dieſer Freundſchaft; er empfand ein lebhaftes Intereſſe für Noemi und eine Sym⸗ pathie, die ihm ſelber nicht erklärlich war.— Er hatte lange in Frankreich gelebt und ſich die Gewohnheiten dieſer Nation zu eigen gemacht. Seine Verbindungen mit einigen Zög⸗ lingen der franzöſiſchen Akademie in Rom hatten ihn bald mit allen bekannt gemacht, und dieſe Bekanntſchaften wurden durch ſeine Stellung als Pfarrer an der St. Ludwigskirche, welche die Kirche der Franzoſen in Rom iſt, immer mehr ausgebreitet. Dom Salvi hegte, außer der allgemeinen zu⸗ gänglichen Milde ſeines Charakters, eine beſondere Vorliebe für junge Maler. Er war mit der Kunſt aller Jahrhun⸗ derte, aller Länder und mit den Meiſtern aller Schulen ver⸗ traut; ſeine Erfahrung war für Studium und Arbeit, in Rath und Ausführung ein ſicherer Führer, den man ſeiner Gefälligkeit und wohlwollenden Liebenswürdigkeit willen ſuchte.
Mit Jules Bonneville, deſſen gerader Charakter und
offenes Weſen ſo gut mit ſeiner eigenen Aufrichtigkeit zu⸗
ſammen paßten, hatte er ſich auf den vertrauteſten Fuß ge⸗ ſtellt; und ſeit Noemi mit in ihren Kreis gehörte, hatten ſich beide einander geſchworen, die Jungfrau gegen jede Gefahr zu ſchützen und ohne ihr Vorwiſſen über ſie zu wachen.


