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mis Empfindungen ſteigerten ſich zu immer größerer Gluth und fachten das Feuer, welches ihr tief im Buſen brannte, immer heller an, ſo daß ihre leidenſchaftlichen Träume in Bälde fieberhafte Gewalt erreichten. Sie gehörte zu den Naturen, welche einer äußeren Forterregung nicht bedürfen, weil in ihnen ſelbſt hinlängliche Elemente zur Nährung der Leidenſchaft vorhanden ſind.
Noemi hegte für den abweſenden, faſt vergötterten Ge⸗ liebten eine leidenſchaftliche Gluth, welche ihre Scham in Anweſenheit des geliebten Gegenſtandes ſicher erſtickt hätte.
Der Zufall, in deſſen Fügungen man oft eine vernunft⸗ mäßige Anordnung bewundern muß, gab ihr Freunde, auf die ſie ſich mit Vertrauen ſtützen konnte.
Um der peinigenden Langeweile zu entfliehen, nahm ſie ſich vor, alle Theile der Stadt Rom zu beſuchen und trotz ihres Judenthums die katholiſche, Religion kennen zu lernen, deren einſt ſo ausgebreitete Gewalt jetzt von allen Seiten zuſammenbrach.
Zu Mantua hatte ſie in dem herzoglichen Palaſte die Freskogemälde von Mantegna und den Rieſenſaal, das ge⸗ waltige Werk des Giulio Romano, geſehen und ſeit dem An⸗ blicke dieſer Meiſterwerke fühlte ſie ſich ſehr zu der Kunſt hingezogen.
Die Freiheit der italieniſchen Sitten, welche den Frauen, beſonders in Rom, erlauben allein auszugehen, kam ihr ſehr zu ſtatten.
Eines Tages befand ſie ſich im Vatikan und zwar in
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