Teil eines Werkes 
1. Band (1851)
Entstehung
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Pincio gegen die muthigen Angriffe Stephans beigeſprungen war. Ihre Erinnerung bewahrte mit ſchmeichelnder Vor⸗ liebe den Eindruck, welchen die edle Erſcheinung auf Noemi gemacht hatte; ſie ſah ihren Erretter jung, ſchön, mu⸗ thig und aufopfernd vor ſich ſtehen. Die Dankbarkeit, welche ſeine That in ihr erregte, überſchritt ſchnell die Gren⸗ zen einer gewöhnlichen Dankbarkeit und verwandelte ſich in begeiſterte Bewunderung. Mit der erfinderiſchen Kunſt, welche dem weiblichen Herzen ſo ſehr eigen iſt, malte ſie ſich die Gefahr, aus der er ſie errettet, weit größer und ſchrecklicher, um Grund für die überſchwängliche Dankbarkeit, die ihr Herz empfand, zu beſitzen. Indem ſie ſich einredete, nur ein Gefühl ſchuldigen Dankes zu hegen, ſang ihr Herz eine be⸗ geiſterte Liebeshymne.

Auf ſolche ſelige Träume folgten hoffnungsloſe Gedan⸗ ken. Wo weilte der unbekannte Befreier, von dem ſie nichts wußte, nicht einmal den Namen? Ach, wenn er ihren Blicken begegnet wäre, ſie hätte ihn aus der dichteſten Menge herausgefunden, ſie hätte ſicher die ſo tief in ihr Gedächtniß eingeprägten Züge wieder erkannt. Einen Augenblick hegte ſie den thörichten Entſchluß, ihn aufzuſuchen, ihn anzure⸗ den und ihre Angſt ihm mitzutheilen: ihr Vertrauen zu ihm war von vorn herein ein unbegrenztes, ſie zweifelte nicht im Geringſten, daß er ihr den nothwendigen Schutz werde angedeihen laſſen, und mit unſäglicher Freude hätte ſie ſich unter ſeinen Schutz geſtellt. Sein Antlitz war ja ſo ſchön, mußte nicht ſein Herz eben ſo vortrefflich ſein... Noe⸗