Teil eines Werkes 
1. Band (1851)
Entstehung
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Pincio und was ſie von ihrem Beleidiger gehört, der Brief, welchen Ben Saul an dem Tage jenes Ereigniſſes empfan⸗ gen hatte, die Abweſenheit des Vaters von Emanuel, den ſie mit Niedergeſchlagenheit gehen und muthlos und traurig hatte zurückkommen ſehen, ſo wie einige Bezeugungen des Unwillens, welche Ben Jakob entfallen, waren erſchreckende Symptome genug für das arme Mädchen.

Hätte ihr noch ein Zweifel bleiben können, ſo wäre der⸗ ſelbe von einem letzten Vorfalle ſicher zerſtört.

Am geſtrigen Tage war Noemis Vater am frühen Mor⸗ gen ausgegangen und in großer Haſt wieder heimgekehrt. Nach Auswechſelung einiger flüchtiger Worte mit Ben Saul hatte er mit angelegener Beſchäftigung Vorkehrungen ge⸗ troffen, Abends mit einer Herzlichkeit, welche Noemi nie an ihm gefunden, ſeine Tochter umarmt, und am heutigen Mor⸗ gen hatte ſie vernommen, daß ihr Vater im Geleit Ema-⸗ nuels, den derſelbe bereits ſeinen Sohn nannte, die Straße gen Mantua gezogen ſei.

Dieſe Nachricht hatte ſie von Ben Sauls Munde empfan⸗ gen; denn die Juden haben die Vorſicht, ſo wenig als mög⸗ lich zu ſchreiben, insbeſondere, wenn ſie ſich in einer bedenk⸗ lichen Lage befinden. Als der Vater Emanuels Noemi die Abreiſe Ben Jakobs und ſeines Sohnes mittheilte, ver⸗ ſicherte er ſie ſeiner Liebe und bat ſie, ihm zu erlauben, daß er ſie ſeine Tochter nenne. Die junge Jüdin erröthete, als ſie dieſe Worte vernahm, und eben als Ben Saul aus ihrer jungfräulichen Verlegenheit ein günſtiges Urtheil ziehen wollte,