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Altersgenoſſinnen geſtattet. Da ihr jedoch der geſellſchaftliche Ton fehlte, ſo beobachtete ſie ſtets eine große Zurückgezogen⸗ heit. Herz und Geiſt, Vorſtellung und Gedanken waren in ihr ſtumm, wie Lippen, die noch nie zum Reden geöffnet worden.
Ben Jakob hatte eine patriarchaliſche Gemüthsart; ihm war die ganze menſchliche Geſellſchaft mit den Rechten und Pflichten des Einzelnen in den Obliegenheiten und Wohl⸗ thaten des Familienkreiſes repräſentirt. Indem Ben Jakob ſich auf das Eifrigſte mit den Intereſſen der großen iſraeli⸗ tiſchen Familie beſchäftigte, hatte er oftmals ihretwegen die Sorge für ſeinen eigenen Vortheil hinten angeſetzt. Feſt an dem Buchſtaben des Geſetzes haltend, ſah er über den Bereich deſſelben nicht hinaus und glaubte für ſeine Tochter ein Uebri⸗ ges gethan zu haben, indem er ihr Unterweiſung in der gött⸗ lichen Weisheit ertheilte.
Der Verluſt einer heißgeliebten Gattin und faſt aller ſeiner Kinder hatte auf Ben Jakobs Gemüth einen Schatten lagern laſſen, den ſeit einer Reihe von Jahren nichts zu verſcheuchen vermocht hatte. Er hatte alle Liebe, die ihm ſeine Anhänglichkeit für die Glaubensbrüder ließ, auf Noemi übertragen. Uebrigens war ſeine Oberhoheit leicht, ſanft und milde zu tragen; denn er ließ eine moraliſche Freiheit gelten,
welche er nicht antaſtete.
Noemi liebte den Vater mit aller töchterlicher Herzlich⸗ keit, allein die Gefühle der Zärtlichkeit, die doch den Kindern ſo gewöhnlich ſind, hatte ſie bei ihm nicht kennen lernen.
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