Teil eines Werkes 
1. Band (1851)
Entstehung
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er wolle 25,000 Thaler ſchwinden laſſen und ihm über den Empfang des Ganzen quittiren.

Der Kardinal bedachte ſich einen Augenblick. Dann entgegnete er:

— Ich ziehe vor, das Ganze zu behalten.

Der Gläubiger ruhete jetzt nicht, bis er eine Audienz beim heiligen Vater erlangt hatte. Der Papſt ließ ſeinen Finanzminiſter kommen und ſagte ihm mit unzufriedenem Tone: 5

— So zahlen ſie doch dieſem wackren Manne.

— Heiliger Vater, die Kaſſe iſt leer.

— Sie haben es gehört, verſetzte der Papſt mit Bedauern; es iſt nicht unſre Schuld, wir haben kein Geld.

Eine Familie aus der Romagna, die gleichfalls nicht zur Zahlung eines Guthabens an den Staat gelangen konnte, nahm ihre Zuflucht zu dem äußerſten Schritte und wendete ſich an die Gerichte. Der Anwalt der Gläubiger begab ſich in das Amtzimmer der Schatzkammer, um die zur Begrün⸗ dung der Schuld kürzlich daſelbſt niedergelegten Papiere abzu⸗ holen. Wie groß war ſein Erſtaunen, als er die Aktenſtücke, welche die Anſprüche ſeines Klienten darthaten, nicht mehr vorfand! Er erhob gegen die Fiskalbeamten Verdacht und hatte den Muth den Generalſchatzmeiſter öffentlich und ſchrift⸗ lich einer Unterſchlagung zu ſeinem eigenen Vortheile anzu⸗ klagen. Man wunderte ſich weniger über die Sache als über ddie Keckheit des Klägers. Dieſer mußte ſein Verfahren ſchwer büßen. Die Papiere fanden ſich nicht wieder und die Sache