Teil eines Werkes 
1. Band (1851)
Entstehung
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gen des Po und Remo eine Reiſe in die Provinzen Ravenna, Bologna und Ferrara, um den Verzweiflungsruf in den verheerten Ländern zu vernehmen. Um ſich des Enthuſiasmus der Einwohner zu verſichern, hatte er ſelbſt das Programm und Zeremonial der Feſtlichkeiten, welche ihm auf ſeiner Reiſe dargebracht werden ſollten, angefertigt. Nichts fehlte daran: prachtvolle Empfänge, Triumphbogen, demüthige Suppliken, Illuminationen und die ganze Nacht über Muſikchöre unter: den Fenſtern des eminenten Reiſenden waren in jedem Orte, wo er beſtimmt, untadelhaft.

Bei ſeiner Abreiſe nahm er die Bittſchriften der Ein⸗ wohner mit fort und ließ ihnen ſeine Verſprechungen dafür.

In Bologna, dem Hauptpunkte der Verheerung, gab der Kardinal vier Tage lang Audienz; man gelangte in ſein Gemach durch vier mit ſtattlichen Offizieren beſetzte Zimmer. Beim Anblicke dieſes militäriſchen Pompes, der Karten, Pa⸗ piere und Aktenhaufen um ihn herum hätte man glauben ſollen, es ſei ein Genie, welches die Welt umgeſtaltet. Und was war es? Ein vor den Jahren gealterter, ermatteter, zerſtreueter Mann, der auf alle dringende Bitten die aus— weichende Antwort gab:„ich habe hier keine Zeit, die Ange⸗ legenheit zu beendigen, ich werde in Rom daran denken.“

Wir haben von den Fehlern und Verkehrtheiten dieſer Verwaltung, die ſich in ihren eigenen Fallen fing, geſprochen;

jetzt mögen einige Züge über die Gerechtigkeit und Zuver

läſſigkeit derſelben reden.

Der Schatzmeiſter betrachtete nach überkommenem Brauche 4