100 ſeit zwanzig Jahren eine Mehrabgabe von 25000 Thalern jährlich zum Straßenbau, und iſt bis zur Stunde von un⸗ wegſamen Pfaden durchſchnitten.
Dergleichen Unordnungen erzeugen Unzufriedenheit und er⸗ heiſchen ſtets neue Mittel zur Unterdrückung derſelben. Dar⸗ aus erwächſt beſtändig eine Steigerung der Ausgaben; ſchon genügen die viertauſend Mann Schweizer, welche in den Le⸗ gationen umher liegen, nicht mehr zur Unterdrückung der Auf⸗ ſtände, deren wiederholte Verſuche die Gefängniſſe des Forts St. Leo und andere Staatsgefängniſſe angefüllt haben.
Die Päpſte haben keine ihnen angehörende Nachfolger. Daher fehlt ihnen ein Landes⸗ und Regierungsintereſſe; jeder ſucht für ſich den Genuß, ohne an den Nachfolger und deſſen Geſchick zu denken, vielmehr fürchtet er, bereits zu ſpät ge— kommen zu ſein und zu früh wieder ſcheiden zu müſſen, und beutet daher den Augenblick aus.
Der Kardinal⸗Schatzmeiſter hatte denn auch in dieſem Sinne das Mögliche geleiſtet. Bei ſeinem Abgange hatte er nichts als ein verwüſtetes Feld hinterlaſſen. Die geringſte Gerechtigkeit, die ſchlechteſte Befugniß war vergeben und ihr Monopol um eine unbedeutende Summe verkauft; man kann in Rom mit einer an den Schatz zahlbaren Summe ſogar ſich von den Grundſteuern wieder frei kaufen.
Nicht ſelten läuft die Regierung bei dieſer Habſucht zu kurz.
1841 bot ein Spekulant, der durch mehrere ähnliche
Händel ſehr bekannt in Rom iſt, dem Schatzmeiſter an, er wolle 75,000 Thaler baar und eine Jahresabgabe von 6500
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