Teil eines Werkes 
1. Band (1851)
Entstehung
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Idol der Boudoirs. Ohne Rückhalt gab er ſich den ihm ſo leicht gebotenen Vergnügen hin; allein inmitten dieſer Verlockungen und des ihn erfaſſenden Sinnenrauſches kannte er die Liebe nicht und oft verließ er den Gegenſtand, welcher den Reiz der Einbildung für ihn nicht mehr hatte, um ſich durch die Unzucht einer Dirne eine Zerſtreuung ſeiner Ueber⸗ ſättigung zu verſchaffen.

Monſignor glaubte, daß dieſe Zügelloſigkeit einſt den Plänen, welche er in Betreff ſeines Neffens hegte, förderlich ſein würde. Stephan hatte freilich keinen ſo großen Schwarm von Dienern um ſich; allein er hatte ſo viele Leidenſchaften zu befriedigen, daß die Ausgaben für ſeine Launen unge⸗ mein auffielen und Panfilio mit Recht dachte, es ſei Zeit, ſeinem Neffen in den kirchlichen Würden neue Mittel zu ver⸗ ſchaffen, um ſeiner Verſchwendung und Freigebigkeit genügen zu können.

Einige jüngſt angeknüpfte Beziehungen, deren Ur⸗ ſprung wir ſpäter berichten werden, hatten Monſignor mit den dem heiligen Vater zunächſt ſtehenden Perſonen in nahe Berührung gebracht und er konnte auf ihre ganze Verwen⸗ dung, zwar nicht für ſich, jedoch für ſeinen Neffen, deſſen Mutter der Papſt gekannt hatte, zählen.

Ohne es zu wiſſen, hatte Stephan alle dieſe Berech⸗ nungen zerſchlagen. Dies kam daher, daß ſeine Gedanken nur mit dreierlei Gegenſtänden beſchäftigt waren; mit ſeiner Liebe, der Furcht, von der jungen Jüdin nicht geliebt zu

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