indem ſie ihm in ſeiner Trägheit und ſeinen Gelüſten nie entgegenſtanden, damit er ſeinen ehemaligen Lehrern, die ſtatt ſeine Jugendzeit zu plagen, dieſelbe nur erheitert hatten, recht ergeben und anhänglich ſei. Hinſichtlich ſeiner religiöſen An⸗ ſichten befand ſich Stephan ganz auf dem Standpunkte Vol⸗ taires, dieſem irreligiöſen Zöglinge der Jeſuitenz wie denn überhaupt die Jeſuiten das achtzehnte Jahrhundert, deſſen Philoſophie ſie geſtürzt hat, für Frankreich heraufgezogen haben.
Nach dem Austritte aus dem Kolleg bewohnte Stephan den Palaſt ſeines Oheims, der nach dem Tode ſeiner Mutter des Neffen willen einen der vielen Paläſtlein, die er in Rom beſaß, bezogen hatte. Das Beiſpiel des Monſignor Panfilio wirkte ſo vortrefflich auf Stephan, daß er in weniger als zwei Jahren die beträchtlichen Güter ſeines mütterlichen Erb⸗ theils verzehrt hatte. Anfangs hatte der Prälat nichts gegen dieſe Verſchwendung, welche ihn im Angeſichte der Welt mit Glanz umkleidete, einzuwenden gehabt. Sein Neffe genoß eine Achtung, die ſeiner Eigenliebe ſchmeichelte; er gefiel ſich darin, ihn als Muſter im Luxus anführen zu hören, und ſah ihn voll Freude an der Spitze des römiſchen Faſhion ein⸗ herſchreiten.
Es läßt ſich leicht errathen, daß Stephan in dem Glanze dieſer Höhe mit den koſtbarſten Gunſtbezeigungen überhäuft wurde. Alle Frauen Roms, denen ihre Galanterie einen Ruf gemacht hatte, ſuchten die Neigung des jungen Mannes, welchen die Mode auf den Thron geſtellt: er wurde das


