Teil eines Werkes 
1. Band (1851)
Entstehung
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öffentlich an und ſtellte den Wüſtlingen aller Stände und allen Alters Anträge. In ſeinen müßigen Stunden beſchäf⸗ tigte er ſich mit Ausſpioniren, Beſorgung anonymer Briefe, galanter Morde, kleine Plündereien und Lauerpoſten. Er ſchwankte zwiſchen dem alten Bravo und dem modernen Banditen in der Mitte. Er glich einem Raufbolde, der in den Straßen der noch nicht erleuchteten Stadt nach Licht ruft und von hinten den ſorglos Vorüberſchreitenden eine Cotellata in die Rippen ſtößt.

Als Stephan den Beſuch, welchen er nie ohne Wieder⸗ willen bei ſich geſehen hatte, los war, ſank er wieder in Träumerei zurück.

Der Neffe des Monſignor Panfilio war ein hochgewach⸗ ſener, angenehmer und durchaus wohlgebildeter Kavalier. Er trug den Keim der vorzüglichſten Eigenſchaften in ſich und ſpiegelte dieſe Anlagen in ſeinen Mienen wieder; allein die Erziehung hatte alles zum ſchlimmern Ende gelenkt.

Stephans Kindheit war bei ſeiner Mutter verfloſſen, einer leichtſinnigen Frau, welche frühzeitig durch das nicht verhehlte Beiſpiel ihrer Ausſchweifungen den Sohn verführte. In ſeinem zwölften Jahre trat er in das Jeſuiten⸗Kollegium zu Viterbo, welche die Stadt der ſchönen Mädchen zu Rom genannt wird. Die Jeſuiten ſind gar kluge Lehrmeiſter, Stephan ſchien ihnen trotz ſeiner geiſtlichen Verwandſchaft weit eher für die Welt, als die Kirche beſtimmt; ſie ſorgten daher nur ſehr mittelmäßig für ſeine Ausbildung, dagegen wuß⸗ ten ſie ſeine Leidenſchaften zu nähren und ſelbſt ſeine Laſter,