Teil eines Werkes 
1. Band (1851)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

86

Diener und überreichte ihm, in derſelben Weiſe wie jener erſte, eine Medaille. Beim Erblicken dieſes Zeichens befahl Stephan, die Perſon, von der die Medaille herrühre, ein⸗ treten zu laſſen; er entledigte ſich ſeiner Handſchuhe wieder, ſetzte ſich und gab ſeinen Dienern die Anweiſung, daß er für niemand zu Hauſe ſei.

Die eintretende Perſon gewährte einen furchterregenden Anblickz ſie war ganz und gar in einen weiten Mantel ge⸗ hüllt, ſchauete finſter und ſchrecklich darein und als ſie den Tabarro zurückwarf, erſchien ſie in einer Kleidung, welche zwar den Anſchein eines Tiberſchiffers haben ſollte, allein

auf's Haar der Tracht eines Banditen vom flachen Lande

um Rom glich. Mitl letzterer paßten auch Figur und ganzes Weſen vollkommen zuſammen.

— Nun, Carlo, rief Stephan ihm entgegen, das ſind ſchöne Dinge, die wir geſtern gemacht!

— Per Bacco! wenn ich, mögen Eure Herrlichkeit mir verzeihen, die Lage bemerkt hätte, worin Eure Exeellenz ſich befand, ſo hätte ich die Mittheilung auf den andern Tag verſchoben. Aber als ich im Ghetto, wohin ein geringfügiger Auftrag mich führte, die Schönheit dieſes Mädchens gewahrte, dachte ich augenblicklich an Eure Herrlichkeit.

Stephan machte ein Zeichen der Unzufriedenheit.

— Verzeihen Sie, Excellenz, ich glaubte... ma baſta! So gewiß, als bei meinem Spaziergange vom Pontomolle nach dem Pincio der erſte Gegenſtand, welchen ich erblickte, das junge Mädchen war und der zweite Sie, ſo ſchien mir

——

——