Teil eines Werkes 
1. Band (1851)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Lebensweiſe und Haltung der pariſer Lions nachahmen, ſo hat ihre Wohnung doch lange den feinen, reichen Geſchmack der pariſer Faſhion nicht. Das Gemach, worin Stephan ſchlief, machte beinahe ganz allein ſeine Wohnung aus. In einem weitläufigen Palaſte wohnend, nahm er für ſich nur ein Zimmer ein und überließ den ganzen übrigen Raum ſeinen Leuten.

Sein Zimmer war hoch, geräumig und von ſchönem, edlem Verhältniß. Die Wände waren mit ſieniſchen, dem Auge wohlthuenden Marmor bedeckt, vier hohe Säulen von dunkelroth geadertem Marmor, mit vergoldeten Baſen und Kapitalen, trugen die Decke, welche mit Blumen, Vögeln, Vaſen und Gruppen verziert war. Die Moſaik des Fuß⸗ bodens ſtellte den Fall Phaetons dar. Ein großes Kruzifix von düſterem, ſchwarzem Ausſehen, welches Monſignor Pan⸗ filio ſeinem Neffen geſchenkt hatte; eine üppige Bacchantin, eine reizende Statue von Canovaz ein Bett von antiker Bau⸗ art und ohne Vorhänge, einige Stühle in Geſtalt der alten Senatorenſeſſel machten das Geräth und den Schmuck des Zimmers aus; von den hohen Fenſtern herab hingen lange, ſchwere Purpurvorhänge.

Stephan genoß mit Haſt eine Taſſe dampfender Choko⸗ late; dann warf er das lange weißleinene Gewand, mit dem er bekleidet war, ab und begann ſeine Toilette mit genaueſter Sorgfalt. An dieſem erſten Beginnen erkannte der Kam⸗ merdiener endlich ſeinen alten Herrn wieder.

Schon war er im Begriffe auszugehen, da erſchien ein