Teil eines Werkes 
1. Band (1851)
Entstehung
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Geiſt und Einbildungskraft befanden ſich in unausgeſetzter, lebhafter Spannung; ſein Blut jagte raſch durch die Adern, der Kopf brannte ihm und in der Bruſt klopfte das Herz mit ſolcher Gewalt, als wollte es die umgebende Hülle zerſprengen. 4

Sein ſchöner Engländer, der die Bewunderung des Corſo(Rennbahn) erregte, und den er geſtern noch ſo ſtolz geritten hatte, ſeine Geliebte, welche er geſtern noch anbetete, und das Spiel, die wilde Leidenſchaft ſeiner Nächte, miß⸗ fielen ihm. Vorzüglich haftete ſein Gedanke auf der geſtrigen Schwelgerei und deren tollen Folgen; die Erinnerung an die Vorfälle im Pincio demüthigten und peinigten ihn, ihn, der vor kurzem noch damit geprahlt, ein unbeſieglicher Trinker zu ſein. Er beſuchte alle Gaſthäuſer; im griechiſchen

Kaffeehauſe war ihm die Unterhaltung zu pedantiſch; in dem

Palaſt Ruſpoli war es ihm zu geräuſchvoll; die Burattini, jene Marionnetten, welche ihm ſo oft Zerſtreuung gewährt, Polieinello und Caſſandrino, kamen ihm langweilig vor. Der Lärm der Straßen war ihm unerträglich; um ihm zu entgehen, trat er in eine Kirche, allein er konnte nicht beten. Außer einigen Madonnenbildern, welche ſüße Träume in ihm erweckten, ſah er nichts von den Meiſterwerken, welche die Kunſt zum Schmuck des Heiligthums geſchaffen.

Als es Abend wurde und die Stadt ſich mit Lampen⸗ ſchimmer erhellte, glaubte Stephan endlich ſeine verlorene Ruhe wiederzufinden. Er durchlief alle Theater, trat in zwanzig Logen und in zwanzig Salons; Alle, die ihn ſo

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