Teil eines Werkes 
1. Band (1851)
Entstehung
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feilſten Mittel werden angewendet. Selbſt die Sprache, welche in den Wahlumtrieben üblich iſt, fällt in den Rang der ge⸗ meinſten Kunſtſprachen.

Die gewichtigſten Geſchichtsſchreiber bis zu den unbe— deutendſten Schriftſtellern ſtimmen ſämmtlich darin überein, daß nirgends die heimlichen Umtriebe, Heuchelei, Betrug und Ver⸗ ſtellung mit ſo vielen Kunſtgriffen in Thätigkeit geſetzt wur⸗ den, als bei einem Conclave. Und doch wagt Rom unter feierlicher Anrufung höherer Erleuchtung und der ewigen Wahr⸗ heit,„unter Eingebung des heiligen Geiſtes,“ ſeine Finſter⸗ niß und Lüge für die Welt hinzuſtellen.

Ein Scherzwort ſagt in dieſem Betreff, daß der heilige Geiſt ſtets mit der Briefpoſt in Rom eintreffe.

Die Geſchichte giebt die klarſten Zeugniſſe, durch welches Gewebe von Intriguen, Verworfenheit, Meineid und Nichts⸗ würdigkeit die Päpſte auf den Thron erhoben ſind.

Ein Conclave iſt außer den Verbrechen und den Un⸗ ordnungen, welche es begünſtigt und hervorruft, für Rom ſtets eine unheilvolle Zeit, es iſt der Same neuer Habſucht, die nach einer reichlich vollgeſogenen Regierung ſich aufs neue geltend macht.

Das Leben der Stadt geräth unterdeſſen in ein unſeli⸗ ges Stocken und je länger das Conclave ſich hinzieht, mit deſto größerer Beſorgniß ſchließt man auf wüthende Partei⸗ ungen und verderbliche Intrignen, welche für Andere die Hoffnung auf Heil, welches ſie ſich ſelber nicht zu ſchaffen wiſſen, ganz unwahrſcheinlich machen.