Teil eines Werkes 
1. Band (1851)
Entstehung
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Die Einwohner Roms harren mit Un eduld auf die Beendigung des Conclave. Den Großen, die von der neuen Regierung alles hoffen, dauert es für ihren Ehrgeiz zu lang, den Städtern dagegen bereitet dieſe Zeit Sorgen und Angſtz denn da die Polizei ihr Hauptaugenmerk auf die politiſchen Bewegungen richtet, ſo überwacht ſie das in Aufregung be⸗ findliche Rom nicht hinlänglich und Mord und Raub haben freies Gewerbe, da ein großer Theil der Einwohnerſchaft blos von Almoſen und Diebſtahl lebt.

Man hat Conclaves geſehen, die nur durch die äußerſten Maßregeln gegen die Wuth des Volkes geſchützt werden konnten.—

Bei Annährung des Conclave vom Jahre 1494, be⸗ richtet die Geſchichte, war Rom eine große Räuberhöhle ge⸗ worden, in deren Mitte ſich allein funfzigtauſend Dirnen be⸗ wegten. Die Straßen und Plätze waren mit Spitzbuben und Meuchelmördern angefüllt, die Heerwege wimmelten von Banditen. Als die Kardinäle ſich ins Conclave begeben wollten, mußten ihre Wohnungen im voraus mit Soldaten beſetzt und die Zugänge mit Geſchütz vertheidigt werden; und als das Conelave verſammelt war, überdeckte man die an den Vatican grenzenden Straßen mit Fußvolk und Reiterei und verrammelte die Eingänge des Vaticans mit dicken Balken.

Gegenwärtig haben ſich nur die äußeren Umſtände ge⸗ ändert und nur der Unterdrückung der zahlreichen Zufluchts⸗ ſtätten und Schlupfwinkel iſt es zuzuſchreiben, daß man nicht neue Unordnungen ausbrechen ſieht, denn die Sitten, Be⸗