Es gibt vier Arten der Wahl, welche den neuen Papſt beſtimmen, die Adoration, das Compromiß, die Abſtim⸗ mung und das Acceſſit(nachträglicher Beitritt).
Die Adoration beſteht darin, daß ein Kardinal, wenn er ſeine Stimme zu geben hat, auf denjenigen zugeht, wel⸗ chen er zum Oberhaupte der Kirche erheben will, ihn zum Papſte ausruft und zwei Drittel der übrigen Kardinäle die⸗
ſem ehrenvollen Zeugniſſe beiſtimmen. Dieſe Wahl iſt ſpä⸗
ter noch unter ein nachträgliches geheimes Abſtimmen geſtellt worden, doch kennt man kein Beiſpiel, daß daſſelbe eine ſolche Wahl zerſchlagen habe. Das Compromiß tritt bei der Stimmengleichheit ein, wo dann einzelne Mitglieder des Conclave den Auftrag erhalten, unter den Kardinälen zu wählen. Die Abſtimmung geſchieht durch Zettel. Das Ae⸗
ceſſit iſt nur ein äußerſtes Ausfluchtsmittel. Wenn die Hoff⸗
nung, zwei Drittel der Stimmen auf einen Namen zu brin⸗ gen, aufgegeben werden muß, ſo treten Einzelne mit ihren Stimmen zu der ſtärkeren Partei, wobei es ausdrücklich ver⸗ boten iſt, dem Namen, welchen man ſchriftlich eingereicht hat, noch einmal mündlich beizutreten.
Zweimal täglich, morgens um ſechs und abends um zwei Uhr, durchſchreitet ein Zeremonienmeiſter dreimal das Conclave und ruft die Kardinäle in die Kapelle.
In der ſirtiniſchen Kapelle des Vatican, oder in der des Quirinal werden die Wahlzettel nach vorgeſchriebener Ord⸗ nung in einen auf dem Altare ſtehenden Kelch geworfen. Dieſe Zettel, welche ſchon vorher fertig gemacht ſind, enthal⸗


