Teil eines Werkes 
1. Band (1851)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

34

Dann Aufwärter, die in Tragkörben Wein, und Obſt in Fruchtkörben herbeibringen.

Bei der Ankunft im Vatican nennt die Prozeſſion den Namen ihres Kardinals und erhält Einlaß..

Alle Gerichte werden durchſucht. Man hat ſogar das Recht, das Geflügel, die Paſteten, das Wild und die Fiſche,

kurz alle Speiſen zu durchſchneiden, welche irgend eine Ver⸗ ſteckung von Nachrichten möglich erſcheinen laſſen.

Gläſer und Flaſchen müſſen durchſichtig ſein und Töpfe und Krüge bis auf den Grund durchblickt werden können.

Trotz dieſer Vorkehrungen werden geheime Botſchaften auf dieſem Wege befördert. Man hat es ſogar ſo weit ge⸗ trieben, daß den Speiſen ſelbſt eine geheime Bedeutung bei⸗ gelegt wurde. Vorzüglich auf den Nachtiſch und deſſen Leckereien fand letztere Liſt ihre Anwendung. Die Früchte wurden zur Sprache und, wie man ſich in Rom ausdrückt, vom Baume der Erkenntniß des Guten und Böſen genom⸗ men. Bei einer Wahl zerſtörte ein Billet, welches in einer Trüffel durchgeſchmuggelt wurde, alle Pläne der Nebenbuhler

und zerſchlug die auf den nächſten Tag feſtgeſetzte Wahl.

Es war dies ein Streich eines franzöſiſchen Geſandten.

Die Behauptung, daß eine Frau, die Geliebte eines Kardinals, unter der Tracht eines Conclaviſten ins Conelave gedrungen ſei, entbehrt des hiſtoriſchen Beweiſes.

Hieraus geht hervor, daß die vorgeſchriebene Geheim⸗ haltung des Conelave nur eine feierliche Täuſchung iſt. Die ſo geräuſchvoll ausgeſchrieene Beaufſichtigung iſt nur höchſt