Teil eines Werkes 
1. Band (1851)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Der Urſprung des Conclave wird ins Jahr 1268 ge⸗ legt. Nach dem Tode Clemens des Vierten konnten ſich die in Viterbo verſammelten Kardinäle zwei Jahre lang nicht über die Papſtwahl einigen und waren im Begriff aus⸗ einander zu gehen. Bonaventura rieth den Bewohnern der Stadt, das heilige Collegium hinter verſchloſſene Thüren zu ſetzen. Daraus erwuchs das Conclave, welches ſpäter durch

eine Bulle Gregors X. in dieſer Form für immer verordnet

wurde.

Am Tage nach dem Schluſſe der Leichenfeierlichkeit wurde die Heiligengeiſtsmeſſe feierlich abgehalten, eine Rede in lateiniſcher Sprache geſprochen, und die Kardinäle zogen in Prozeſſion unter dem GeſangeKomm heil'ger Geiſt ꝛc.

in die Kapelle ein. Die Bullen über die Papſtwahl wurden

vorgeleſen und der vorſitzende Kardinal hielt eine Anrede, wo⸗ rin er zur genauen Befolgung der in den Bullen gegebenen Vorſchriften ermahnte.

Das Conclave befindet ſich in einer geräumigen Galle⸗ rie, wo zwei Reihen von Zellen eingerichtet werden, zwi⸗ ſchen denen ein Gang hinläuft. Jede Zelle wird durch einen Verſchlag von Tannenbrettern gebildet, welche die Kardinäle mit grüner oder violetter Sarſche ausſchlagen und vor die Thüre ihre Wappen aufhängen laſſen.

Den päpſtlichen Vorſchriften gemäß ſind alle Zellen gleich und liegen in einer Reihe in einem und demſelben Stockwerke; außerdem gehören mehrere Säle hintereinander dazu, welche nach denſelben Vorſchriften angeordnet ſind.