Die Zellen enthalten ein Gemach für den Kardinal und einen Verſchlag für die Conelaviſten. Sie haben keine Kamine, ſondern werden von den angrenzenden leeren Zimmern aus erwärmt. Während des Winters werden ſämmtliche Fenſter bis auf ein einziges Fach verſchloſſen, ſo daß eine dichte, faſt ganz lichtloſe Dunkelheit herrſcht, im Sommer dagegen ge⸗
Dem Kardinal ſind während ſeines Aufenthalts in der Zelle ein Schreiber und ein Edelknabe beigegeben; den Kar⸗ dinälen erſten Ranges dagegen drei Conelaviſten.
Die Stelle eines Conclaviſten iſt ſehr geſucht, denn es knüpfen ſich anſehnliche Vortheile daran. Die apoſtoliſche Kammer zahlt denſelben eine gewiſſe Summe vor dem Con⸗ elave, und nach Schluß deſſelben läßt der neue Papſt zehn⸗ tauſend römiſche Thaler an ſie vertheilen. Außerdem ge⸗ nießen ſie gewiſſe Bevorzugungen in ihrer künftigen kirch⸗ lichen Laufbahn.
Dieſe Stellen legen die Arbeiten eines Dienſtboten auf, nichts deſto weniger werden ſie auf's Eifrigſte von jungen Prälaten geſucht; ſo ſehr vermengt in Rom ſich der Ehrgeiz mit Niedrigkeit. Die Conclaviſten tragen ſämmtlich eine Haustracht von gleicher Farbe.
Ein Sakriſtan, ein Unterſakriſtan, ein Jeſuitenpater als Beichtiger, ein Sakriſtan des Collegiums, ein Zeremo⸗ nieenmeiſter, zwei Aerzte, ein Apotheker, zwei Barbiere mit eben ſo viel Gehilfen, ein Maurer, ein Zimmermann und
währen die Fenſter eine Ausſicht auf Hof und Garten. Die einzelnen Zellen haben etwa elf bis vierzehn Fuß ins Gevierte.
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