Teil eines Werkes 
1. Band (1851)
Entstehung
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an Spione, ſchärfte den eigenen Späherblick und hatte über⸗ all ihre geheimen Diener.

Bald ſah ſie das Glück ihren Beſtrebungen lächeln, dann plötzlich befand ſie ſich wieder ganz allein und verlaſſen. Pasquino*) machte, als er ſie ſo toll in ihren Wahlbeſtre⸗ bungen und ihrer früheren Andächtigkeit ſo ganz vergeſſen ſah, aus ihrem Namen zwei Worte und nannte ſie Olim⸗ pia, eine weiland Fromme.

Indeß nahete der Augenblick heran, wo das Conelave eröffnet werden ſollte. Olimpia ſprach, als ſie den von ihr begünſtigten Kardinal verließ:

Ich will Sie nur als Papſt wiederſehen.

Ja, entgegnete derſelbe, wenn Sie nicht Päpſtin ſind, ſo darf ich nicht darauf hoffen.

Man kann unmöglich alle Ränke und Schliche auf⸗ zählen, welche Stadt und Hof vor einem Conclave in Be⸗ wegung ſetzen.

Ein jeder ſchmeichelte und betrog ſich mit Wünſchen; jeden Schritt umlauerten Liſten und Fallen.

Vor Einem hatten ſich geſcheidte Bewerber am Meiſten zu hüten, nämlich vor compromittirenden Stellungen, an deren Spitze diplomatiſche Geſchäfte und das Gouvernement der Legationen(Provinzen des Kirchenſtaats) zu nennen ſind. Die Kardinäle gerathen zu weilen durch die Nation, der ſie

*) Eine Bildſäule in Rom, an welche Witzworte und Schmäh⸗ ſchriften geheftet werden, woher auch der Name Pasquill gekommen.