Teil eines Werkes 
1. Band (1851)
Entstehung
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aus dem Quirinal widerhallte, ſetzte ſie weit mehr Vertrauen, als in die Unfehlbarkeit des Papſtes, deſſen irdiſche Laufbahn der Tod zu beenden drohte.

Als die Nachricht von der Gefahr, worin das Leben des Papſtes ſchwebe, ſich in dem heiligen Collegium verbrei⸗ tete, war es der Mühe werth, die vielen und plötzlichen Um⸗ wandlungen, welche bei den Kardinälen ſtatt fanden, zu be⸗ obachten. Alle zeigten ſich fromm und ehrſam, gingen fleißig zur Kirche und waren züchtig und liebreich; diejenigen, welche man früher als die Zügelloſeſten genannt hatte, erſchie⸗ nen auf einmal ganz rein und unſchuldig; andere, die man bislang als ungemein roh und gröblich anmaßend gekannt, erſchienen, um die Menge zu beſtechen, auf einmal ganz zu gänglich, demüthig, ſanft und wohlwollend. Bei Annähe⸗ rung des Conclave beſteht die römiſche Geiſtlichkeit aus lauter kleinen Heiligen. Olimpia pflegte dies la portiera del pon⸗ tificats zu nennen.

Noch Andere ſpielten auf eine entgegengeſetzte Weiſe Komödie; ſie verbargen nämlich ihre Kenntniſſe, um welche man ſie beneidete, denn die Wiſſenſchaft hat immer jenes Collegium, welches dem Lichte zu ſehr Feind iſt, als daß es die Wiſſenſchaft ſehr lieben ſollte, von der Wahl zurückge⸗ ſchreckt. Dieſe nun prahlten eben mit ſolchen Kenntniſſen, welche ſie offenbar nicht beſaßen, um dadurch die Stimmen der Unwiſſenden, die ſich gern den Anſchein von Gelehrten geben mochten, zu beſtechen, wie es in einem Sprüchworte heißt: Nella corte di Roma, quello moſtra di ſaper tutto,