Teil eines Werkes 
1. Band (1851)
Entstehung
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wohl aber bedeutend unter den Rang ſolcher Frauen geſtellt, denen ihre Geburt und der Name ihres Gemahls früher eine Stellung verliehen hatten.

Und dieſe Gräfin von Serravalle war es, mit der ſich Monſignor Panfilio, einer der ſchlaueſten Prälaten des rö⸗ miſchen Klerus, in dem Palaſt am Platze Navone nunterhielt.

Panfilio war aus einer edlen Familie entſproſſen und im frühen Alter zu höheren kirchlichen Würden gelangt. Er zog nicht ſo ſehr durch Verdienſte und Fähigkeiten, als durch eine bewunderungswürdige Biegſamkeit des Charakters, eine überraſchende Schlauheit und eine bis zu knechtiſchem Weſen getriebene Frömmelei die Aufmerkſamkeit auf ſich. Er war von den Jeſniten erzogen und hatte frühzeitig ſich das Bei⸗ ſpiel ſeiner Lehrer zu eigen gemacht. Panfilio war, obgleich er ſich Monſignor tituliren ließ, nicht mit den geiſtlichen Weihen verſehen; er war nur ein Affilirter der Kirche und trug beſtändig eine halb bürgerliche, halb geiſtliche Tracht; der Geiſtlichkeit verdankte er ſeine Erhebung, die ihm ſchwer⸗ lich anderswo geglückt wäre; was war alſo natürlicher, als daß er ihr ſeine Neigung und Wünſche zuwendete. Der Titel Monſignor war an mehrere, ihm anvertraute Aufträge geknüpft geweſen, und er hatte ihn nur im Gefühle befrie⸗ digter Eigenliebe beibehalten.

Monſignor Panfilio hatte von ſeinen früh verſchiedenen Eltern ein beträchtliches Vermögen überkommen. Dieſer Reichthum war von ihm vermöge der ihm anvertrauten Ge⸗ ſchäfte beinahe verdoppelt.