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entfernt zu ſein, als dem Alter nahe; übrigens hatte für die⸗ jenigen, deren Neigung ſie gewinnen wollte, ihr Geiſt einen ſo mächtigen und raſchen Einfluß, daß neben ihr kein Ge⸗ danke an Andere beſtehen blieb. Der Zauber ihrer Worte war augenblicklich und unwiderſtehlich, zumal wenn ein durchbohrender Blick ſie begleitete, oder ein lebhaftes, aus⸗ drucksvolles Mienenſpiel ihnen Leben verlieh.
Als Donna Olimpia nach Rom kam, fiel ſie zuerſt durch eine übermäßige Frömmigkeit auf. Sie beſuchte mit uner⸗ müdlichem Eifer die Kirche, zeigte einen großen Hang für Werke der Liebe und Wohlthätigkeit und machte durch ihre Frömmigkeit bald Aufſehen in den höchſten Kreiſen; man ſprach von ihr in dem Vatican und den päpſtlichen Paläſten. Um jene Zeit hatte Olimpia die Schwelle, welche von der Jugend ab dem Alter zuführt, überſchritten; ſie zählte da⸗ mals dreißig Jahre und jetzt waren es ungefähr zwanzig Jahre, daß ſie Rom bewohnte.
In Folge des Rufs ihrer Tugend wurde die ſchöne Gräfin unter die ausgezeichnetſten frommen Perſonen ge⸗ rechnet und lebte im vertrauten Umgange mit den Würden⸗ trägern der Kirche. Ihrer erheuchelten Demuth war es ge⸗ lungen, die geheimen Wünſche ihres Hochmuths und ihrer ſtolzen Begierden zu erfüllen. Dazu beſaß ſie Klugheit ge⸗ nug, um von ihrem Glück keinen Mißbrauch zu machen und in demſelben weder läſtig noch verhaßt zu werden, ſondern bediente ſich deſſelben mit Mäßigung. Bei mehreren geheim⸗
nißvollen Intriguen, in welche ſie mit Behutſämkeit gezogen


