Teil eines Werkes 
1. Band (1858)
Entstehung
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ich Ihnen noch geſagt haben, daß es am Beſten iſt, wir machen keinen Lärm weiter über eine Sache, die nicht zu contrecarriren iſt. Der Landrath ſelbſt ahnet nichts von dem Zuſammenhange und glaubt ſich von dieſer Verfügung nicht betroffen. Er iſt der Meinung, einem anerkannten, echten Verwandten von Ihnen damals mit der ausgeſtellten Paßkarte einen Dienſt geleiſtet zu haben und er hat ja den jungen Herrn nicht reiten ſehen. Am Beſten alſo, wir behalten die Sache für uns, dann fällt jede Ver⸗ antwortung weg.

Dankbar ſchüttelte der Oberamtmann die Hand, welche ihm der Kreisſecretär jetzt freundlich zum Abſchiede bot. Sie gelobten ſich Schweigen und ſie haben es gehal⸗ ten bis kurz vor ihrem Tode, der erſt jetzt vor einiger Zeit erfolgte.

Als der Beamte geſchieden war, überdachte der Ober⸗ amtmann mit wiedergewonnener Beſonnenheit die ganze Geſchichte und er mußte ſich eingeſtehen, daß ſie nun einen Zuſammenhang habe.

Zuerſt das todtblaſſe Geſicht des Fremden am Fenſter des Schulzen von Angern. Dann des jungen Mannes Beſtreben, gerade bei dieſem Schulzen, als der ſtrengen Ortsbehörde, Aufnahme zu ſinden. Dann ſeine Erſchöpfung, die ihn krankheitsähnlich am Bette feſſelte, dann der Plan, dem