Teil eines Werkes 
1. Band (1858)
Entstehung
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ſchloß ſie doch, behutſamer gemacht, alle Unbekannte von ihrer Koketterie aus.

Der Oberamtmann hatte vollſtändig darauf gewartet, nachträglich doch noch Brandſchatzungen, in Form von be⸗ trüglichen Geldaufnahmen, zu begegnen, allein vergeblich. Nicht ein Wort, nicht einmal der Anſchein eines unredlichen Wortes drang zu ihm. Herr Max Schildt war fort, blieb fort und Alles, was ſich Verdächtiges um ſeine Perſon ge⸗ häuft hatte, zerfiel, bis auf die feſte Behauptung des Schul⸗ zen von Angern,daß er ſich keineswegs geirrt habe, als er in dem elegant gekleideten Herrn den Maurer Johanu Müller zu ſehen geglaubt.

Bei dieſen unvollſtändigen Ermittelungen, die eher dazu dienen konnten, die Neugier zu ſpannen, als zu be⸗ friedigen, war es natürlich, daß der Oberamtmann täglich den Refrain wiederholte:Wenn ich nur dahinter kom⸗ men könnte, was dieſe Geſchichte für einen Zuſammen⸗ hang hat!

Wenn Menſchen ſo recht ſehnlich wünſchen, ſo pflegt der Himmel ſich zu erbarmen und ihrer regen Wißbegierde Vorſchub zu leiſten. Nur nimmt er leider ſelten darauf Rückſicht, welche Mittel verletzend oder ſubtil dazu ſind.

Für dies Mal hatte das Geſchick den würdigen Be⸗ amten des Landrathamtes, Herrn Golterebe, dazu erſehen, um der läſtigen Spannung des Oberamtmannes ein Ende