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zu machen und wir ſehen ihn am Tage vor Elfriden's Hoch⸗ zeit ehrbar und devot in das Zimmer des Oberamtmannes treten, der ihn mit einiger Ueberraſchung begrüßte. Seine Ueberraſchung ſollte ſich bis zu einem höchſt unangenehmen Erſtaunen ſteigern, als der Kreisſecretär ein mehrere Bo⸗ gen langes, dickes Reſcript aufſchlug und ihn um Erlaubniß bat, ihm daſſelbe inſinuiren zu dürfen, da er, der Herr Oberamtmann nänlich, dabei betheiligt ſein dürfte.
Der Oberamtmann runzelte ahnungsvoll die Stirn und rückte ſich in eine aufmerkſam horchende Stellung.
„Dieſe Verfügung,“ begann der alte Beamte ernſt⸗ haft einleitend,„erhielten die ſämmtlichen Landrathsämter und ich glaube, daß es Ihnen, mein hochverehrter Herr Oberamtmann von Intereſſe ſein wird, ſie wörtlich zu ver⸗ nehmen. Hören Sie alſo gefälligſt:„„Es iſt der außer⸗ ordentlichen Vigilance der hieſigen Polizei gelungen, einen Brief aus Amerika an die Ehefrau des vor einigen Mona⸗ ten glücklich entſprungenen Zuchthausſträflings, Eduard Habermann, aufzufangen, woraus denn klar erhellet, daß der ꝛc. Habermann, mit Beihülfe angeſehener Perſonen des Staates, zu richtigen und ächten Legitimationspapieren ge⸗ langt und im Beſitze dieſer Hülfsmittel leicht und glücklich aus Europa entkommen iſt, nachdem er erſt den wohlver⸗ wahrten, ſehr bedeutenden Raub, der ihm von einem Ein⸗ bruche der Depoſitalkaſſe im Gerichte zu.... als Antheil


