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„Das ſind neumodige Anſichten, mein Sohn! Sie mögen mit den Dampfanſichten, die Du hier“— er deu⸗ tete auf ein kleines Manuſcript, das aufgeſchlagen lag „entwickelt haſt, wohl parallel laufen und zugleich zur Gel⸗ tung kommen. Für jetzt hält man es nicht für unmännlich, ſeine Herzensempfindungen dem Willen des Vaters unter⸗ zuordnen. Tröſte Dich noch einige Stunden,— wenn die Seſſion aus iſt, wollen wir ſehen, was ſich thun läßt.“
Johannes blieb allein. Der kühne Reiſende, der ge⸗ lehrte Forſcher, der grübelnde Mathematiker und Phyſiker ſaß eine lange Zeit, ſeinen Herzensangelegenheiten gänzlich hingegeben und mußte ſich ſelbſt rathlos erklären, dem Eigenwillen ſeines Vaters gegenüber.
Johannes wußte nichts von der Scene im Kaiſerling⸗ ſchen Hauſe, woran ſein Glück ſchon im Keime geſcheitert war. Sein Vater war zu ſtolz, um dem mißlungenen Ver⸗ ſuche Worte zu leihen. Als er aber bemerkte, wie ſchnell zwei junge Herzen, dem väterlichen Kriegserklärungen gleich⸗ ſam zum Trotze, ſich unauflöslich verbanden, da regte ſich in ihm ein Rachegefühl.
Er nahm ſeinem Sohne ein Verſprechen ab, keinen Schritt in Kaiſerling's Haus zu thun, bevor er es ihm nicht geſtatte. Daß er dadurch allein dem Aldermann eine De⸗ müthigung bereiten wollte, iſt bei ſeiner Vorliebe für Edi⸗ tha ganz leicht einzuſehen, er dehnte aber ſeine Macht über


