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Drittes Capitel.
Das Haus des Rathes Rentelow war ein hübſches kleines zweiſtöckiges Gebäude in der neuen Kloſterſtraße, wovon er ſeit dem Tode ſeiner Gattin und den häufigen Abweſenheiten ſeines einzigen Sohnes nur die kleinere Par⸗ terre⸗Wohnung inne hatte.
Sein Sohn bewohnte für diesmal ein kleines Garten⸗ haus, das ihm mehr Licht zu ſeinen Arbeiten und mehr Freiheit, ungeſtört zu arbeiten, bot. Er hatte ſeit mehreren Tagen die Dankadreſſe nebſt der Gratificationsbeilage in Händen, konnte alſo mit Stolz und Zufriedenheit auf ſeine Arbeit zurückblicken, aber dennoch lagerte ein entſchiedener Mißmuth auf ſeinen ſonſt ſo lebensfrohen Mienen und dieſer vermehrte ſich auffallend, als er eines Morgens einen Brief erhielt, der ihn aufforderte, ſchleunigſt nach der Re⸗ ſidenz des Herzogs von B. zu kommen, woſelbſt ihm der Bau eines Schloſſes übertragen werden ſolle.
Aergerlich warf er den Brief auf den Tiſch und ſtützte ſein verdrießliches Geſicht auf die gefalteten Hände.
So traf ihn ſein Vater. Zwiſchen dieſen beiden Leuten herrſchte ein wunderliches Verhältniß, das ein Ge⸗ miſch von gegenſeitiger Gefälligkeit, feiner Lebensart, ge⸗


