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genſeitigem Reſpecte und wohlwollender Ueberſchätzung war.—
Der Vater hielt ſeinen Sohn für ein Licht neuer Weltanſchauungen und der Sohn ſah in ſeinem Vater eine Zierde der Büreaukratie.
Man ging ſehr ſubtil mit einander um, nannte ſich zwar nicht„Herr Vater“ und„Herr Sohn“, behandelte ſich aber ganz in dieſem Sinne.
Trotz all' der ſteifen Etikette war es dennoch ein ſchö⸗ nes Verhältniß voller Rückſicht und Discretion, das vielen Familienvätern zum Vorbild dienen ſollte, welche ſich nicht entſchließen können, erwachſenen und tüchtigen Söhnen die Berechtigung angedeihen zu laſſen, die ihnen zukommt.
Bisweilen artete freilich die Rückſichtsnahme bei Ren⸗ telow's bis zur Pedanterie aus und hierin lag der Grund, weshalb Johannes ſeit einiger Zeit tief verſtimmt war.
„Ich werde Magdeburg in den nächſten Tagen ver⸗ laſſen,“ rief der Sohn dem Vater entgegen.
„So bald ſchon!“— erwiederte dieſer. Statt jeder Antwort hielt Johannes ihm den Brief hin und ſchien, während der Rath bedächtig las, zu überlegen, ob er nicht befugt ſei, bei ſo bewandten Umſtänden die Erklärung, eventualiter die Entbindung eines Verſprechens von ſeinem Vater zu fordern, welches ihn ſelbſt unglücklich machte und ihm in den Augen Editha's jedenfalls ſchadete.


