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rathen?“ fragte Frau Kaiſerling etwas erſchreckt von Edi⸗ tha's Entſchloſſenheit.
„Nein! Im Geiſte gehöre ich zu Johannes. Was äußerliche Formen hinzu zu fügen vermögen, iſt weniger bindend für mich, als was ich fühle. Kann man eines andern Mannes Gattin werden, wenn man innerlich einem Geliebten mit allen Gedanken angehört?“
„Kleine Schwärmerin!“ flüſterte Frau Kaiſerling.
Gabriele aber reichte mit leuchtenden Augen der Schweſter die Hand.
Jetzt trat der Aldermann ein. Mit einem ſo harm⸗ los lächelnden Gruße, daß die Frauen einen verwunderten Blick tauſchten, rannte er mehrmals, die Hände reibend, im Zimmer auf und ab, ohne ein Wort zu ſprechen.
Sein innerliches Frohlocken war befremdend, wenn man, abgeſehen von den Frevelthaten, die den Damen noch . nicht einmal bekannt waren, die erſchütternden Scenen zwi⸗ ſchen einem vodtgeglaubten Schwiegerſohn und einem
Schwiegervater im Auge behielt und ſehr erwartungsvoll horchten ſie auf, als er endlich ſtehen blieb und lachend ausrief:
„Ich möchte nur, Ihr hättet ſein Geſicht geſehen— paßt auf, der reitet ſich i immer tiefer hinein!“
„Wer? Kotſchinski?“ fragte Frau Pe ſerlng


