Teil eines Werkes 
1. Band (1858)
Entstehung
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mals vergeben, wenn ſie dieſelbe auch vergeſſen wollte. Daß Du ihn auch lieb haſt, iſt Schwäche daß Du ihn nicht verachteſt, iſt aber Sünde gegen Dich ſelbſt. Die Unterwerfung in Zärtlichkeit iſt eine Unwürdigkeit und beugt uns unter die Herrſchaft des Mannes, nur die Opfer⸗ willigkeit der Liebe hebt uns empor und macht uns dem Manne ebenbürtig.

Wenn das Schickſal Dich prüft, Editha, antwortete Gabriele wehmüthig, dann wollen wir ſehen, ob Du die Kraft haſt, Deine Anſichten zu bewähren.

Mich kann das Geſchick nicht prüfen! rief Editha mit begeiſterten Blicken,ich ſtehe über dem Geſchicke, ſo weit die Liebe daſſelbe zu regeln vermag.

Und wenn zum Beiſpiel Johannes ohne feſte und beſtimmte Erklärung gegen Dich Magdeburg verläßt? fragte Frau Kaiſerling ſanft.

Dann warte ich, bis ich ruhiger geworden bin, ſichte mein Gefühl für Johannes und finde ich es bis auf den

Grund meines Herzens feſt und lauter, ſo wird dieſe Rele

wohl ausreichen, mich ohne ſeinen Beſitz als Gatten für all

andern Lebensfreuden zu entſchädigen! antwortete das junge Mädchen ſo entſchieden, daß man unwillkürlich den längſt gefaßten Beſchluß heraushörte.

Du wollteſt dieſer erſten Erfahrung wegen nie hei⸗

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