Ausgeburten des ſanguiniſch choleriſchen Temperaments, welches ſtets von einem Extrem in's andere verfällt.
Mit der Hurtigkeit und dem leichtſinnigen Eifer eines Jünglings lief Kaiſerling hinab zum Hauſe Vogler's, trat an die Fenſter des Comtoirs und blickte durch die etwas blinden, verſtäubten Scheiben hinein.
Das Geſchäftszimmer war leer, die jungen Commis hatten es mit dem Schlage zwölf verlaſſen und nur der würdige Chef ſaß noch auf einem Reitbocke vor ſeinem Pulte und ſchrieb..
Kaiſerling klopfte hart an und winkte dem aufblicken⸗ den Vogler zum Fenſter hin.
Verdrießlich folgte dieſer dem Winke und öffnete das Fenſter.
„Mach' Dein Teſtament! Mach' Dein Teſtament!“ rief ihm Kaiſerling haſtig und lachend entgegen.
„Wie ſo?“ fragte Vogler, kaltblütig ſeine Feder hin⸗ ter das Ohr klemmend. S
„Dein Leben iſt in größter Gefahr, Vetter! Du haſt es zum Pfande eingeſetzt, daß es der Immediat⸗Com⸗ miſſion nicht gelingen ſolle, Dir den Stephan Kühne zu entführen— ich habe mir ſagen laſſen, daß morgen nach königlichem Befehle eine ganze Armee vor Dein Haus
rücken wird, um Alles, was nicht niet⸗ und nagelfeſt iſt,


