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choquiren.— Kann aber nichts helfen.— Man ißt vor⸗ trefflich bei dem Manne!— Delikater Karpfen— Möchte wohl bei ihm diniren.“— Er ſtrich ſich verrätheriſch über die Lippen, grüßte und ging.
Kaiſerling, einmal abgezogen von ſeinem Meditiren, bedachte, daß eine ſchleunige Benachrichtigung Vogler und auch dem jungen Stephan, der ein Liebling von ihm gewor⸗ den war, nützlich ſein könne. Er ſah nach der Uhr.
Es war zwölf. Sollte er zu Stephan gehen und ihn beauftragen, die Nachricht an Vogler kommen zu laſſen? Der junge Mann mußte zu Tiſche hin in's Vogler'ſche Haus. Doch nein! Kaiſerling beſann ſich. Von Stephan durfte dieſe Nachricht nicht überbracht werden, wenn ſich Vogler, der pedantiſche Herrſcher ſeiner Familie, dafür in⸗ tereſſiren ſollte und dann— Vogler mußte geweckt werden!
Seine Niedergeſchlagenheit wich wie Nebel vor dem Sonnenſcheine und ſein Hang zum Muthwillen brach ſie⸗ gend hervor.
Es klingt fabelhaft, wenn man die Schwere des Miß⸗ geſchickes erwägt, daß ein ſcherzhafter Einfall Verdruß und Sorge ſo blitzſchnell aus einem Gemüthe zu verjagen ver⸗ möchte, und der Leſer, welcher ein Freund idealer Seelen⸗ zuſtände iſt, wird kopfſchüttelnd die Wahrheit unſerer Schil⸗ derung in Zweifel ziehen, allein wir verſichern, nach der Wirklichkeit zu malen und verweiſen auf die ſeltſamen


