Teil eines Werkes 
1. Band (1858)
Entstehung
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Die Dame blieb ſo lange ſtill, wie ſie die hallenden Schritte auf dem Vorflur hörte, als dieſe mehr und mehr verſchwanden, wendete ſie ſich mit unverkennbarer Neugier zu Kaiſerling und ſagte:

Ich würde Ihnen obligirt ſein, Monſieur, wenn Sie mich von dem informiren wollten, was eigentlich hier paſſirt iſt und weshalb er retirirt?

Es möchte die gnädige Frau langweilen, entgegnete Kaiſerling ausweichend.,

Sie haben meine Permiſſion ennuyant zu ſein, meinte die Dame hochfahrend.

Kaiſerling ſah furchtlos zu ihr auf. Sie war aller⸗ dings größer, als er, aber er war dennoch nicht der Mann danach, dem Weibe, und wäre es eine Rieſin geweſen, mehr zu gehorchen, als die Courtoiſie vorſchrieb.

Sein ſpöttiſches Lächeln ſchien der Dame zu impo⸗ niren. Ihr, im Weltleben geübter Blick überflog die Ge⸗ ſtalt des vor ihr ſtehenden Mannes prüfend.

Wer ſind Sie? fragte ſie anſtändig gemäßigten Tones, denn ſein chevalereskes Weſen, die Feinheit und Eleganz ſeiner Toilette, verbunden mit den reichen Gold⸗ ſchnallen am Knie und auf den Schuhen, hatte ſie auf die Vermuthung geführt, einen Standesgenoſſen vor ſich zu ſehen. 5