Teil eines Werkes 
1. Band (1858)
Entstehung
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poetiſch geſinnten Eltern und bedrückte namentlich das Herz ihrer Mutter. Man wußte, daß der Aufenthalt des jungen Rentelow nicht länger dauern werde, als ſeine Be⸗ ſchäftigung draußen am Waſſerbau erforderte und die Be⸗ endigung dieſer Arbeitsthätigkeit ſtand nahe bevor. Die Elbe war während der Regentage geſtiegen, hatte ihren höchſten Höhepunkt erreicht, ohne Verwüſtungen am Rothen⸗ ſeer Ufer mit ſich zu bringen, und begann jetzt ruhiger in ihr Gleis zurückzukehren. Die angeſchwemmten Sandbänke am rechten Ufer hatte ſie richtig mit fortgeriſſen und da⸗ durch ihr Terrain von früher wieder eingenommen. Es kam nun nur noch darauf an nachzuhelfen, wenn das Waſ⸗ ſer ganz gefallen war.

Der Aldermann ſpionirte im Stillen ſeinem Schwie⸗ gerſohne nach, welcher von der Erde verſchwunden ſchien. Seine Nachforſchungen blieben mehrere Tage vergeblich, bis endlich der Friſeur Schwentſer, ſein Factotum, ihm beim Friſiren zuflüſterte: er habe in dem Hauſe des Domherrn von Buſſer am Neuen Markte einen Herrn friſirt, der dem verſtorbenen Schwiegerſohne des Herrn Aldermann ganz frappant ähnlich ſehe. Der Lakai, den er über den Na⸗ men dieſes Herrn gefragt, habe geheimnißvoll gethan und von ganz beſondern Verhältniſſen geſprochen, die den Auf⸗ enthalt des Herrn hier nöthig machten, aber er habe zu⸗ gleich eingeſtanden: er wiſſe den Namen ſelbſt nicht.