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pochen, eine Seele begeiſtert ſein und ein Gemüth glühen könne— was wurde aber aus dieſem feſten, charaktervol⸗ len Mädchen, wenn ihr ein Widerſtand das vorenthalten wollte, was ihr als des Lebens Preis und Ziel erſchienen war.
Frau Suſanne erbebte bei ſolchen Reflexionen. Ihr Auge folgte allen Bewegungen der Tochter— jede der⸗ ſelben war ja ein Verräther ihrer innerlichen Regung.— Man mußte erkennen, daß ſie Jemand erwartete— Ste⸗ phan aß Mittags mit der Familie,— daß ſie ihm zu Liebe ſich geſchmückt hatte, daß ſie ſeinetwegen Behaglich⸗ keit, Frohſinn und Gaſtlichkeit in dem Zimmer vorberei⸗ tete, welches ſonſt den ſteifjungfräulichen Charakter trug, als wolle es nur ſeiner Sauberkeit und Eleganz wegen be⸗ wundert ſein.
Frau Suſanne Fpölte ihr Herz zwiſchen Pflicht gegen den Eheherrn und Liebe gegen die Tochter getheilt— die Wage ſchwankte eine kleine Weile, dann aber ſenkte ſie ſich zu Gunſten Sara's. Sie rief ſie zu ſich heran, er⸗ griff ihre beiden Hände, ſah ihr bedeutungsvoll in's hoch⸗ erröthende Geſicht und flüſterte:„Seid klug, wie die Schlan⸗ gen, und ohne Falſch, wie die Tauben,“ heißt's in der hei⸗ ligen Schrift, mein Kind. Bewahre Deine Augen und Deinen Mund! Dein Vater wird Dich wahrſcheinlich ſcharf beobachten— verſtehſt Du mich, Sara? Das


