Teil eines Werkes 
1. Band (1858)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

178

Vogler ſtand auf und ſtellte ſich gerade vor ſie hin. Sein Ton klang zornig, als er ſagte:„Ich will nicht hoffen, daß Ihr Frauensvolk hinter meinem Rücken Ge⸗ ſchichten einrührt?“

„Wie kann der Herr das denken,“ lenkte Frau Su⸗ ſanne erſchrocken ein.„Ich erinnerte mich nur eben unſers Geſpräches über Deine Wahl eines Schwiegerſohnes.“

„So weit ſind wir noch nicht,“ brummte Vogler und begann einen Spaziergang durch's Zimmer, immer ein Zeichen von ſeiner beſondern Unruhe.

„Stephan paßt gut für unſer Geſchäft,“ meinte Frau Suſanne im allergleichgültigſten Tone.„Er iſt brav-—— er iſt redlich— er hat ein dankbares Gemüth—“

„Aber er iſt blutarm,“ fuhr Vogler dazwiſchen.

„Wir haben ja nur das eine Kind. Gott vergilt es, wenn Du einem guten Menſchen aufhilfſt.“—

„Recht ſchön, recht ſchön. Aber unſere Sara braucht er deshalb nicht zu heirathen.“

„Gott bewahre, lieber Herr!“

„Und das ärgert mich eben,“ brach er ganz unwill⸗ kürlich heraus,„daß ich am letzten Ende gezwungen ſein werde, Sara als Schlußſtein der Geſchichte zu benutzen.“ Frau Suſanne hätte laut aufjauchzen mögen vor Freude, aber ſie bezähmte ſich diesmal und ſchaute ganz verwundert darein.