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und der Donner begann krachend, Schlag auf Schlag, die feurigen Blitze zu begleiten.
Gabriele, eine feſte und geſunde Frauennatur, kannte keine Furcht vor Gewittern. Sie brachte ihren ſanft ſchlummernden Knaben wieder in ſein Bett, ſetzte ſich dann ſtill und ergeben neben daſſelbe nieder und ſchaute unverwandt in das kleine, ſchöne Geſicht des Kindes.
Was ſie dabei empfand, iſt leicht zu errathen. Alle die ſchönen, farbigen Träume ihres Liebelebens zogen
mahnend an ihrem Geiſte vorüber und höhnend reckte da⸗
gegen die Wirklichkeit ihr Schlangenhaupt empor.
Was ſie ſeit Kurzem erlebt hatte, war im Stande, alle Nebel der Herzenstäuſchungen zu durchbrechen und ſie zur richtigen Erkenntniß zu leiten.
Wenn ſie die weiten Reiſen ihres Gatten, vom Be⸗ ginne ihrer Ehe an, mit ihrem myſteriöſen Anſtriche und die jetzige Sonderbarkeit ſeines Betragens zuſammenreimte, ſo mußte ſie zu der Reflexion kommen, daß ſie das Spiel⸗ werk von Leidenſchaft und Eigennutz eines Mannes ab⸗ gegeben habe, der ſich ihrer zu entledigen das Recht zu haben glaubte, als ſie ihm mehr hinderlich, als förderlich zu ſeinem Lebensglücke geworden war.
Das Gewitter tobte draußen— in Gabriele wurde es immer ruhiger. Der Unwerth des Mannes, dem ſie die ſchönſten Gefühle ihres Herzens geweiht hatte, trat ihr


