Teil eines Werkes 
1. Band (1858)
Entstehung
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muß meinem Kinde das Recht laſſen, den Namen ſeiner Familie unbefleckt zu ererben. So lange ich für ihn dieſe Beſchimpfung duldete, ſo lange konnte ich ſie ertragen, von ihm ertrage ich ſie nicht! Er ſoll und muß mir eine Ehrenerklärung geben! Du, mein Vater, wirſt der Anwalt Deiner Tochter ſein!“

Kaiſerling hatte während dieſer Worte den Brief durchflogen— er ſtampfte ärgerlich mit dem Fuße auf den Boden.

„ Kotſchinski iſt ein Schurke!“ ſchrie er.„Hat er das wirklich geſchrieben?“ „Er hat dies eben ſo gut geſchrieben, wie ſeinen Ab⸗ ſchied auf dem Todtenbette—“ Kaiſerling unterbrach ſie.

„Das iſt ja unerhört! Das iſt ja nie dageweſen! Der ſoll mir an den Galgen, ſo wahr ich Kaiſerling heiße!“—

„Würde uns das Nutzen bringen oder Schaden?“ warf Gabriele ſanft ein.

„Uns?— Kind, rede mir nichts darein— mache mich nicht wild.— Er muß an den Galgen! Iſt das nicht ehrlos gehandelt?— Nimm es nicht übel, Kotſchinski kommt binnen hier und vier Wochen an den Galgen!“

Gabriele kannte ihren Vater ſo genau, wie Frau Kaiſerling. Sie ſchwieg, nachdem ſie mit ergebungsvollem