Teil eines Werkes 
1. Band (1858)
Entstehung
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Ungeſchickes den Leuchter aus der Hand, daß das Licht verlöſchend zur Erde fiel und rannte mich, ziemlich hand⸗ greiflich, aus abſonderlichen Gründen, über den Haufen, indem er die Treppe hinabſprang.“

Jetzt fiel ein Strahl der Erkenntniß in das Chaos der verworrenen Gefühle, die Gabrielen's klaren Geiſt ſeit der unerwarteten Ankunft Kotſchinski's ganz umnebelt hatten. Sie erkannte die frevelhafte Abſicht ihres Gatten, ſie in heimliche Liebesbande zu verſtricken. Aber wozu

das? Weshalb?

„Es war Kotſchinski— mein Mann!“— erklärte ſie entſchloſſen, lieber dem Urtheile der Welt die unerhörte Frevelthat des Mannes, der ſich einen Todtenſchein aus⸗ ſtellen ließ, um ihrer los und ledig zu werden, darzulegen, als im rückſichtsvollen Schweigen ihre Ehre Preis zu geben.

Kaiſerling fuhr erſchrocken zurück.„Dein Mann iſt alſo nicht geſtorben? So wäre die Mittheilung wahr, mit der man mich ſchon einige Tage gefoppt hat? Dein Mann lebt und das erfahre ich erſt heute?“ rief er mit ſteigendem Zorne. Gabriele legte ihren Knaben, der ſchlaftrunken in ihren Armen hing, ſanft auf das Kanapee und trat ihrem Vater mit beſchwichtigenden Blicken näher.

„Ich ſelbſt habe es erſt heute mit Gewißheit erfah⸗ ren, daß es wirklich mein Mann iſt, der mir geſtern im Walde, als ich mit Stephan Kühne ging, eben ſo ſchnell