Teil eines Werkes 
1. Band (1858)
Entstehung
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die wenig Zeugniß von dem wahrhaft reuigen Gefühle ablegte, das er ſo eben erheuchelt hatte.

„Er iſt fort!“ ſagte der Knabe frohlockend, indem er die Kniee ſeiner beſtürzten Mutter umſchlang.„Und ſieh — den Knopf habe ich ihm von ſeinem Rocke abgeriſſen, den werde ich aufheben!“—

Gabriele umfing ihren Sohn mit einer Miſchung

ſeltſamer Gefühle. Sie war ihm Dank ſchuldig! Aber der Knabe hatte ſeinen eigenen Vater zum Hauſe hinaus⸗ getrieben, bevor ſie nur ſo viel Faſſung gewonnen hatte, um das Kleinod ihrer Ehe in den heiligen Kreis ihrer neu⸗ erwachten Liebe zu ziehen. Weshalb aber war Kotſchinski beim Erblicken des Kindes ſo jähe entflohen?

Wirr und traumhaft umirrten die eben erlebten Sce⸗ nen ihre Seele, als die Thüre ihres Zimmers wiederum ſchnell aufgeſtoßen wurde und ihr Vater mit zorngeröthetem Geſichte erſchien.

„Wer verließ Dich eben, Gabriele?“ fragte er heftig. „Willſt Du Schande auf das alte Haupt Deines Vaters bringen, daß Du Männerbeſuche zur Nachtzeit annimmſt?“

Gabriele lächelte wehmüthig:„Haſt Du ihn nicht erkannt?“ erwiederte ſie.

„Wenn man ſich, wie zur Maskerade, in einen Do⸗ mino hüllt, ſo kann man wohl nicht erkennen, wer darunter ſteckt. Ueberdieß ſtieß er mir, mit dem Anſcheine des