Teil eines Werkes 
1. Band (1858)
Entstehung
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Liebe getrieben, hatte ſein Lager verlaſſen und war un⸗ hörbar in die leicht angelehnte Thür getreten. Er ſah die Thränen ſeiner Mutter, er ſah einen Mann, der die Ur⸗ ſache dieſer Thränen zu ſein ſchien und er ſtürzte mit einer drohenden Geberde zu der Gruppe hin.

Bevor ſeine Mutter, die angſtbeklommen ihre Augen mit den Händen verhüllte, ſeiner gewahr werden konnte, war er hinter Kotſchinski getreten, hatte ihn mit ſeiner kleinen Kinderfauſt gepackt und gewaltſam zurückgeriſſen.

„Was willſt Du von meiner Mutter?“ fragte er mit gellendem Tone.„Du biſt Schuld, daß meine Mutter weint— wirſt Du gleich den Augenblick gehen, ſonſt rufe ich den Großvater!“

Kotſchinski, bei der erſten Berührung einer fremden Hand, hatte ſich mit dem Ausdrucke des tödtlichſten Schreckens umgeſehen und das kleine lebendige Abbild ſeiner Selbſt mit wahrhaftem Entſetzen angeſtarrt. Er ſchien jede Erinnerung an ſein eigenes Kind verloren zu haben, denn er begriff durchaus nicht, wer das ſein könne und die Furcht, noch mehr Zeugen ſeiner Anweſenheit herbeieilen zu ſehen, unterſtützte jedenfalls das Verlangen des Kindes und beſchleunigte ſeine Entfernung.

Haſtig erhob er ſich, griff nach ſeinem Mantel, ſchlug die Kapuze über den Kopf und entfernte ſich mit einer Eile,